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Das Dilemma mit den Bad Boys – Rape Trope, Klischees, toxische Beziehungen (Teil 1)

Warum sehen wir den Rape Trope immer öfter im Romance-Genre? Muss das sein? Ich sage ganz klar: Nein. Der Bad Boy als Love Interest ist für Autorinnen und Lesende durchaus spannend, doch es braucht keinen Rape Trope dafür. Ich habe dieses Jahr auf dem #LitCamp19 in Heidelberg eine Session zu diesem Thema gehalten und auf Wunsch einiger Teilnehmer folgt hier nun der komplette Beitrag.
Vor ca. 1 Jahr habe ich schon einmal einen Beitrag zu dem Thema verfasst („Ich hätte gerne etwas Dark Romance, bitte – aber mit ohne Rape Fiction!“). Hier ging es mir darum, darzustellen, wie ein blöder Trope ein ganzes Genre in der Wahrnehmung mancher Lesenden diskreditieren kann. Ja, es gibt sie, die Romane, in denen gefährliche Machtverhältnisse romantisiert werden. In denen Rape Culture nicht nur als normal, sondern als völlig in Ordnung dargestellt wird. Deshalb müssen wir darüber reden und uns (sowohl als Autorinnen als auch Lesende) bewusst machen, welche Mechanismen hier zu berücksichtigen sind.

Das Dilemma mit den Bad Boys – Rape Trope, Klischees, toxische Beziehungen (Teil 2)

Teil 1
CN: sexualisierte Gewalt, psychische Erkrankungen

„Und so verliebt sich der Löwe in das Lamm.“ (Edward Cullen zu Bella, „Bis(s) zum Morgengrauen“, Carlsen 2006)
Oder anders gesagt: Das Raubtier verliebt sich in … sein Essen?! Ich denke, es versteht sich von selbst, dass diese Konstellation für das Lamm nicht gesund sein kann. Aber der Vampir ist nur eine der vielen, vielen Spielarten, mit denen man einen Anti-Helden schaffen kann. Aber Geschichten, in denen der Love Interest kein Prince Charming ist, sondern ein Bad Boy, erfreuen sich großer Beliebtheit.
Apropos, das bringt mich zu „Shrek – Der tollkühne Held“. Wenn man es genau betrachtet, erfüllt die Geschichte dieses Dreamworks Animationsfilms von 2001 alle Elemente von Dark Romance: Shrek ist ein Anti-Held. Er ist unfreundlich, erschreckt alle, schert sich nur um sich und seinen Sumpf. Auch Shrek hat einen eigenen Ehrenkodex, z.B. ist es ihm sehr wichtig, immer (brutal) ehrlich und authentisch zu sein. Er vertritt deutlich …